2122:laufspieldaten

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Laufen und Sprinten gehören als Grundtugenden zum Fußballspiel. Die positiv wirkenden Effekte auf das Spielgeschehen sind evident, es werden Räume verdichtet, der Gegner wird vermehrt unter Druck gesetzt und zu Fehlern verleitet, selbst schafft man sich Räume durch Freilaufen. Eine hohe Fitness erlaubt es unter Belastung konzentrierter zu handeln und senkt die eigene Fehlerrate. Die Frage ist, wie wichtig ist viel Laufen und Sprinten für den sportlichen Erfolg im Fußball, gemessen in der Punkteausbeute? Dieser Frage wollen wir nachgehen und schauen uns dazu die Laufspieldaten der Hinrunde in der 1.Bundesliga an und vergleichen zusätzlich Daten aus den Spielzeiten 2014/15-21.

Im Vordergrund stehen allgemeine und alle Mannschaften betreffende Aspekte, weniger die Bedeutung für einzelne Teams. Dies würde eine tiefgehendere Analyse mit weiteren Spieldaten und gegebenenfalls taktischer Analyse erfordern.

Damit auch ungeübte und mit komplexen Grafiken und statistischen Fachbegriffen weniger vertraute Fußballinteressierte möglichst viel mitnehmen können, werden die meisten technischen Details erläutert und vereinfachend erklärt. Im Prinzip sind alle Grafiken selbsterklärend und enthalten alle nötigen Daten und Informationen.

Die ersten Abschnitte beschäftigen sich mit der Beschreibung der Laufspieldaten in tabellarischer Form, ohne auf mögliche Beziehungen zu Erfolg und Misserfolg einzugehen. Um ein Gefühl über die erbrachte Leistungen im Fußball zu bekommen, werden diese mit Leichtathletiklaufleistungen verglichen und eingeordnet.

Wir verwenden ausschließlich Daten, die im Internet allgemein zugänglich sind, im Konkreten hier die Laufdaten von Sport1. Dabei handelt es sich um die reinen über die brutto Spielzeit kumulierten Spieldaten:

  • gesamt gelaufene Strecke, kurz Laufleistung (Ll),
  • Anzahl von Sprints (Sp),
  • mittlere Geschwindigkeit (Gs).

Für die Analyse aufschlussreicher wären die netto Spielzeitdaten, die aber im Allgemeinen nicht frei zugänglich sind. Betrachten wir als Erstes alle absoluten pro Spiel gemittelten Spieldaten in tabellarischer Form und beginnen mit der populärsten Größe der absoluten Laufleistung.

Laufleistung

Die absolute Laufleistung eines Teams ist die aufsummierte gelaufene Strecke aller Spieler über das gesamte Spiel. In dieser Hinrunde waren dies im Mittel 115.3 km. Zieht man die gelaufenen 4 bis 5 km der Torhüter ab, bedeutet dies etwa 11 km für jeden Feldspieler. Auf die Spielzeit umgerechnet sind dies in für Läufer vertraute Tempoeinheiten grob 8 min/km. Die genaueren Werte werden wir im Abschnitt Geschwindigkeit diskutieren. Selbstverständlich variiert dies, wie alle anderen Laufdaten auch, auf den Spielpositionen. Um diese Laufleistung ein wenig einzuordnen, vergleichen wir dies zunächst mit Spitzenläufer über 10 km, die diese Distanz im Rennen mit etwa 2:45 min/km laufen. Diese Leistung kann aber nicht alle 3-4 Tage wiederholt werden, wie es für Fußballer durchaus üblich ist. Im Fußball ist die Laufbelastung in einem Spiel durch Laufintervalle und Pausen geprägt, deswegen ist der Vergleich mit einem typischen Intervalltraining eines Läufers sinnvoller. Der 10 km Spitzenläufer trainiert in einem Intervalltraining typischerweise 25×400 m in 2:45 min/km Intervalle mit 200 m Trabpausen dazwischen (Eliud Kipchoge läuft auch schon mal 30×400 m im 2:35 min/km Tempo). Zusammen mit dem Ein- und Auslaufen kommt in solch einem Training eine Gesamtlaufstrecke von ca. 20 km zustande, die dann insgesamt etwa in einem gemittelten 6 min/km Tempo absolviert wurde, was mit den obigen 8 min/km des Fußballers zu vergleichen wäre. Wie wir im Abschnitt über Sprints sehen werden, ist nicht in erster Linie ein Langstreckenläuferprofil für Fußballer wichtig.

Nach dieser ersten läuferischen Einordnung betrachten wir nun die Laufleistungs-Tabelle der Bundesliga-Hinrunde, bei der wir den Liga-Mittelwert von den Team-Mittelwerten abziehen. So erkennen wir leicht, ob das Team mehr oder weniger gelaufen ist als der Schnitt. Oberhalb des Vereinswappens stehen die gelaufenen mittlere absolute Laufleistung.

Desto weiter der Balken links in den roten Bereich der Grafik ragt, desto weniger ist das Team im Vergleich zum Mittel gelaufen, umgekehrt verhält es sich rechts in dem grüner werdenden Bereich. Die einsetzenden Farben an den Rändern markieren die Bereiche größer werdender Abweichungen vom Mittel. Die Spannweite zwischen dem Team mit der größten und kleinsten mittleren Laufleistung beträgt etwa 9 km. Das ist annähernd so viel, wie ein einzelner Spieler im Mittel läuft. Mit anderen Worten und verkürzt ausgedrückt, die Arminia spielt im Mittel 80 min mit einem Mann mehr als Wolfsburg. Selbstverständlich ist die fußballtaktische Rechnung nicht ganz so einfach, aber sie gibt zumindest einen ersten Eindruck über die mögliche Bedeutung von solchen Differenzen.

Zahl der Sprints

Die absolute Zahl der Sprints zählt alle Sprints aller Spieler im gesamten Spiel. In der Hinrunde lag der Liga-Mittelwert bei etwa 227 Sprints. Das macht für die Feldspieler grob 22 Sprints pro Spiel. Schauen wir uns die Top-Speed-Liste der Bundesliga an, so sehen wir, dass die Höchstgeschwindigkeit bei etwa 36 km/h liegt und eine Mehrheit der Spieler eine Maximalgeschwindigkeit von 33 km/h besitzt. Nehmen wir großzügig und vereinfachend an, dass die Sprints über eine Distanz von 40 bis 50 m durchgeführt werden und berücksichtigen die Startphase, so ist eine mittlere Sprintgeschwindigkeit von 30 km/h ein vernünftiger Wert. Wohlgemerkt der Tatsache, dass viele Spieler diesen Wert in der Spitze gar nicht erreichen. Das entspricht einer aufsummierten Sprintstrecke von etwa 1 km, die mit einem 2 min/km-Tempo gelaufen werden. Dies ist deutlich schneller als das oben betrachtete 10km-Intervall Tempo. Vergleichen wir deswegen hier die Leistung mit den Leistungen von Spitzenkurzstreckenläufer. Ein 400m-Läufer läuft diese Distanz in einem 400m-Intervalltraining mit einem 1:52 min/km Tempo, also schneller als der Fußballer im Mittel und etwas langsamer als bei der Höchstgeschwindigkeit des Fußballsprints. Aber es sei betont, es ist die 10-fache Distanz, selbstredend ohne Ball gesprintet. Ein Vergleich mit der Höchstgeschwindigkeit eines 100m-Spitzenläufers zeigt, dass auch die schnellsten Fußballer deutlich hinter den Sprinter liegen, die bei einem 100 m Lauf nach ca. 60-90 m Höchstgeschwindigkeiten erzielen, die deutlich über 40 km/h liegen (z. B. 43.9 km/h von Usain Bolt im Weltrekordlauf).

Fußballer sind damit deutlich eher Sprinter als Langstreckenläufer, müssen aber im gesamten Spiel Strecken um die 11 km zurücklegen. Sie liegen damit läuferisch zwischen diesen beiden Anforderungen. Beide Anforderungen erfordern vollständig andere Physiognomien. Würde man zwei Spitzenläufer in beiden Bereichen gegeneinander laufen lassen, dann wären sie bei einer Distanz zwischen 500 und 600 m etwa gleich schnell.

Nach dieser Einordnung kommen wir nun zur Sprint-Tabelle, bei der wir in der Darstellung wieder den Liga-Mittelwert (227.4) von den Team-Mittelwerten abziehen.

Die Spannweite zwischen mittlerem maximalen und minimalen Wert liegt bei ca. 50 Sprints, also tatsächlich mehr als doppelt so viele Sprints wie ein einzelner Spieler im Mittel sprintet. Das scheint im Vergleich zur Laufleistung, bei der es ein Faktor von kleiner als eins ist, viel.

Was aber sofort auffällt, ist die deutlich veränderte Rangordnung im Vergleich zur Laufleistungs-Tabelle. Union Berlin belegt den 18. bzw. 3.Platz, Bielefeld den 12. bzw. 1.Platz, Wolfsburg den 10. bzw. 18.Platz. Es gibt aber auch Teams, die in beiden Kategorien in der oberen oder unteren Hälfte rangieren. Exemplarisch hierfür die Eintracht (2./2.) und Hoffenheim (3./4.) sowie Bochum (15./15) und Gladbach (16./13.).

Mittlere Geschwindigkeit

Kommen wir zur letzten Kategorie, der mittleren Geschwindigkeit, die in der folgenden Tabelle analog zu beiden vorherigen Tabellen dargestellt ist. Die mittlere Geschwindigkeit in der Hinrunde lag bei 6.79 km/h, oder in Laufeinheiten ausgedrückt 8:50 min/km. Dies ist etwas mehr als die oben abgeschätzten 8 min/km, aber der Mittelwert enthält auch die Laufleistung des Torhüters, der in der Regel im Mittel deutlich langsamer läuft.

Die Rangordnung der Laufleistungs-Tabelle ist der Geschwindigkeits-Tabelle sehr ähnlich. Dies ist verständlich, da die mittlere Geschwindigkeit maßgeblich durch die Gesamtlaufstrecke bestimmt ist und die im Groben fixe effektive Spielzeit. Die Anzahl der Sprints geht mit einem viel kleineren Gewicht ein, weil wie oben festgestellt, die Gesamtsprintstrecke nur ca. 1 km pro Feldspieler ausmacht. Schauen wir uns deswegen in einer Korrelationsanalyse die wechselseitige Korrelation zwischen den bisher betrachteten Laufdaten an.

Die beobachtete Korrelation zwischen Geschwindigkeit und Laufleistung auf der einen Seite und die zum Teil gegenläufige Abhängigkeiten zwischen Sprints und Laufleistung auf der anderen Seite, ist in den Korrelationskoeffizienten deutlich reproduziert. Hohe positive Wert in der Nähe von 1 bedeuten hohe Korrelation und in der Nähe von 0 keine Korrelation. Aufgrund dieser Abhängigkeiten beschränken wir uns im Folgenden auf die Laufleistung und Sprints und lassen die Geschwindigkeit im Weiteren außen vor.

Aussagekräftiger sind nicht die absoluten Lauf-Spieldaten, sondern die jeweilige Differenz in einem Spiel. Ein Team, welches im Allgemeinen viel läuft oder sprintet, wird insgesamt auch in der jeweiligen Absoluttabelle weiter oben platziert sein, aber zusätzlich werden verzerrende Umstände, die beide Teams gleichermaßen treffen, wie etwa:

  • Ein hohes Endergebnis. Exemplarisch am Beispiel des 0:6 im Spiel Gladbach gegen Freiburg verdeutlicht. In der ersten Halbzeit wurde trotz 6 gefallener Tore keine Nachspielzeit gewährt, ebenso nicht in der zweiten Halbzeit. Ein ähnliches Bild gab es beim 6:0 von RBL gegen Bochum. Beide Partien gehören zu den Spielen, in denen insgesamt am wenigsten gelaufen wurde. In diesen Spielen fehlen dann zw 3 und 5 km in der Laufleistung je Mannschaft.
  • Ein kleinlich pfeifender Schiedsrichter oder ruppige Spielweise. Oft unterbrochen Spiele haben ebenso weniger Laufleistung.
  • Witterungsverhältnisse. Die Laufleistung und Sprints hängen stark vom Wetter ab und schwanken etwa bei der gelaufenen Strecke zwischen 4 und 5 km pro Team bei extremen Wetterbedingungen.

Schauen wir uns deswegen zunächst die mittleren Laufspiel-Differenzen an.

Laufleistungs-Differenz

Die folgende Grafik zeigt die Tabelle der mittleren Laufleistungs-Differenzen in einem Box-Plot.

Bevor wir auf die Inhalte der Grafik eingehen, zunächst erklärende Worte zu der Darstellung. Für jedes Team ist die Differenz zwischen der eigenen gelaufenen Strecke und der des Gegners für jedes Spiel gebildet. Diese einzelnen Differenzen für jedes Team und Spiel sind durch rote Punkte (verloren), grüne (gewonnen) oder graue Punkte (unentschieden) markiert. Für jedes Team ist ein Balken dargestellt, in der die vertikalen Linien die 25%, 50% (Median) und 75%-Quartile markieren. Das heißt, im gesamten Rechteck liegen 50% der eigenen Spiele (Punkte) und links und rechts des Rechtecks je 25% der Spiele (Punkte).

Zusätzlich sind in den äußeren Spalten die Prozentzahl der möglich erreichbaren Punkte angegeben, wenn das Team weniger oder mehr gelaufen ist als der Gegner, wobei die Zahl Grün ist, falls mehr als 50% der Punkte erzielt wurden und Rot, wenn es weniger als 50% sind. Die Tabelle ist geordnet nach der je Spiel gemittelten Laufleistungs-Differenz, die durch die Position des Vereinswappens markiert wird. Oberhalb des Wappens steht jeweils die mittlere absolute Laufleistung, unterhalb die mittlere Laufleistungs-Differenz.

Die Spannweite zwischen Maximum und Minimum ist 6.6 km, das ist weniger als die 9 km bei der absoluten Laufleistung. Ein Grund hierfür ist die Anpassung beider Teams aneinander. Tendiert das eine Team in einem Spiel mehr zu laufen, versucht das andere dies womöglich zu kompensieren. Dann steigt insgesamt die Gesamtlaufleistung, aber die Differenz steigt deutlich weniger. Die Differenz-Darstellung der Laufleistung ist deutlich informativer. Es gibt ein paar generelle Bemerkungen zum Rangvergleich:

  • Die Korrelation zur absoluten Laufleistungstabelle ist erkennbar.
  • Es gibt aber zum Teil deutliche Abweichungen im Rang.
  • Die größte Abweichung mit 8 Rangplätzen gibt es beim FC Bayern. Der liegt absolut auf Platz 6, in der Differenz auf Platz 14. Dies kann damit erklärt werden, dass alle Teams gegen Bayern besonders motiviert viel laufen und der FCB sich ein wenig anpasst. Tendenziell muss der FCB auf Grund der Kaderqualität aber im Einzelspiel nicht so viel laufen wie der Gegner.

Kommen wir zu den äußeren Zahlenspalten, den Prozentzahlen der möglichen Punkte, die das Team geholt hat, wenn sie weniger gelaufen (links) oder mehr gelaufen (rechts) sind. Prozentzahlen über 50% sind Grün dargestellt, unter 50% Rot. Folgende Punkte fallen auf:

  • 12 Teams holen mehr als 50% Punkte, wenn sie mehr laufen (Anzahl der grünen Zahlen rechts).
  • 14 Teams holen mehr Punkte, wenn sie mehr laufen (Zahl rechts ist größer als links).
  • Die Schwankung (Breite des Balkens) variiert sehr stark. Die größte Breite hat der FCB (~8km), die kleinste Bochum (~2km), die als einziges Team immer weniger gelaufen sind.

Sprint-Differenz

Kommen wir zur Sprint-Differenz-Tabelle. Auch hier ist dasselbe Phänomen mit derselben Begründung zu beobachten. Die Spannweite der Differenzen ist mit 34 Sprints vs 50 Sprints geringer und es gibt eine deutliche Korrelation zwischen den Absoluten und den Differenz-Spieldaten.

Es gibt mehr Teams mit einer größeren Rangabweichung (SCF 8.Pl., KOE 6.Pl. und 5.Pl.). Ganz deutlich unterscheidet sich das Bild bei den möglich erzielten Punkten. Weder erzielen die Teams deutlich gehäuft mehr als 50% der Punkte, noch holen sie generell deutlich mehr Punkte, wenn sie mehr sprinten.

Schauen wir uns als Nächstes die Kombination beider Differenz-Spieldaten an.

Eine Kombination beider Spieldaten-Differenzen bekommt man, wenn man die Laufleistungs-Differenz gegen die Sprint-Differenz aufträgt. Mit anderen Worten, die folgende Grafik zeigt von oben nach unten die obige Laufleistungs-Differenz-Tabelle und von rechts nach links die Sprint-Differenz-Tabelle.

Im oberen rechten Rechteck liegen die Teams, die im Mittel mehr laufen und mehr sprinten, es sind die laufstarken Teams. Links unten befinden sich die laufschwachen Teams, die im Mittel weniger laufen und sprinten als ihre Gegner. Im Rechteck links oben liegen die Teams, deren Spiel in erster Linie auf Laufleistung ausgelegt ist, ganz prominent durch Union Berlin repräsentiert. Rechts unten liegen die Teams, die über ein Sprint dominiertes Spiel kommen.

Schaut man sich alle Korrelationen von Laufleistung und Sprints sowie deren Differenzen an, so sieht man, dass die jeweilige Absolut- und Differenz-Größe korreliert sind, aber die wechselseitigen Spieldaten leicht antikorreliert sind. Mit anderen Worten, viel sprinten und viel laufen sind leicht gegensätzliche Spielphilosophien. Aber es gibt Temas die beides gut umsetzen, wie Augsburg, Mainz, Frankfurt und Freiburg. In beidem relativ schwach sind Bochum und Gladbach.

In der zuletzt gezeigten Grafik stehen oberhalb der Vereinswappen die Hinrundenplatzierungen. Die Frage ist, wie nützlich ist Laufen und Sprinten für den Erfolg der Teams? Es gibt hier keine einheitliche Interpretation, weil diese stark von der Spielweise und Qualität der Teams überlagert wird. Wenn man Vergleiche durchführen möchte, sollte man tunlichst Teams etwa gleicher Qualität vergleichen. Ganz offenbar macht es keinen Sinn die Punktausbeute und Laufqualitäten der Bayern mit denen von Fürth zu vergleichen.

Um den Erfolg besser zu quantifizieren schauen wir uns alle 2142 Spiele von 2014-21 an und betrachten davon die Spieldaten-Differenzen der Spiele, die gewonnen wurden. Diese Spiele sind als grüne Symbole in der folgenden Grafik markiert. Zusätzlich sind die Spiele des FCBs hervorgehoben, da der FCB alleine, wie kein anderes Teams die Gesamtdaten verändert.

Visuell ist zu erkennen, dass sich mehr Punkte tendenziell oben (mehr laufen) bzw. rechts (mehr sprinten) befinden. Dies wird unterstützt durch die Histogramme oben und rechts. Jede Säule repräsentiert die Zahl der Punkte unter, bzw. links davon. Beide Histogramme sind hin zu positiven Werten verschoben. Der Mittelwert beider Differenzen (SpD>: $\simeq 6$, LlD: „\simeq 1.00“) ist durch ein blaues Symbol ($\times$) gekennzeichnet. Die jeweilig fortführenden Linien zeigen auf die Position des Mittelwertes im Histogramm. Die Frage ist, ist die Abweichung von Null signifikant?

Hierzu zeigen wir für ExpertInnen die Tabelle der Signifikanzanalyse aller Spiele:

MW p-Wert 95%-sig
LlD 1.00 $2\cdot 10^{-16}$ [0.84,1.17]
SpD 6.64 $2\cdot 10^{-10}$ [4.61,8.66]

Zusätzlich zum Vergleich die Analyse nur für die Spiele vom FCB, die im Diagramm durch ein rotes $\times$ und Linien gekennzeichnet sind.

MW p-Wert 95%-sig
LlD -2.56 $2\cdot 10^{-16}$ [-3.00,-2.12]
SpD 18.89 $9.7\cdot 10^{-7}$ [11.9,25.9]

Rechnet man diese Spiele heraus, so verschiebt sich insbesondere die mittlere Laufleistungsdifferenz um fast 0.5 km.

MW p-Wert 95%-sig
LlD 1.45 $2\cdot 10^{-16}$ [1.28,1.61]
SpD 5.18 $1.3\cdot 10^{-6}$ [3.10,7.27]

Es besteht gare kein Zweifel, dass diese Mittelwerte signifikant positiv sind. Sieht man dies auch in den erzielten Punktvorteilen? Diese Frage beantworten die blauen Zahlen in den Ecken und in den Seitenmitten. Die Zahlen in den Ecken geben an, wie viele Punkte im Schnitt geholt wurden, wenn die Teams mehr oder weniger gelaufen oder gesprintet sind. Beispielsweie wurden 1.95 P/Sp geholt wenn mehr gesprintet und mehr gelaufen wurde und 0.81 P/Sp, wenn beide Werte geringer waren. Aber auch alleine der Vorteil des mehr Gelaufen sein als der Gegner, ergibt ein Punktvorteil von 1.66 P/Sp. vs 1.09 P/Sp. Vergleichen wir dies mit dem Heimvorteil im selben Zeitraum von 1.59 P/Sp vs 1.16 P/Sp. Dieser ist tatsächlich sogar etwas kleiner. Die 1.59 P/Sp sind ebenfalls signifikant verschieden vom erwarteten gleichverteilten Wert 4/3:

MW p-Wert 95%-sig
Heim 1.59 $2\cdot 10^{-16}$ [1.53,1.65]

Gleiches gilt auch für mehr gesprintet, wobei der Vorteil mit 1.62 P/Sp vs 1.13 P/Sp geringer ausfällt als beim Laufen, aber immer noch so groß ist wie der Heimvorteil.

Mit anderen Worten und wieder verkürzt plakativ ausgedrückt, durch mehr Laufen verschafft man sich seinen eigenen Heimvorteil.

Selbstverständlich schießt viel und schnell Laufen keine Tore, genauso wenig wie Geld keine Tore schießt, aber es ist zweifellos von Vorteil mehr zu laufen oder zu sprinten.

Dies trifft auf jede Mannschaft zu. Würde man fiktiv zwei identische FCBs wiederholt gegeneinander spielen lassen, bei der das eine Team 9 km mehr läuft als das andere, würde diese vermutlich in 9 von 10 Spielen gewinnen. Freiwillig auf diese Tugenden zu verzichten oder gering zu schätzen, können sich nur sehr wenige Teams leisten.

  • Zuletzt geändert: 2021/12/21 12:39
  • von admin